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Allgemein

Wie ND-Filter deine Videos besser machen

Was genau ist eigentlich ein ND Filter und wieso sind sie wichtig, um Videos aufzunehmen?

Die einfachste Erklärung von ND Filtern ist sie sich als Sonnenbrille für die Kamera vorzustellen. Aber warum brauchst du das?

Filmen wie in Hollywood

Beim Film ist mehr nicht automatisch besser. In Hollywood ist es Standard Filme mit 24 Bildern pro Sekunde aufzunehmen. Technisch wäre viel mehr möglich aber damit ein Film auch filmisch aussieht muss er zwei Eigenschaften haben:

  • Bewegungsunschärfe
  • geringe Tiefenschärfe

Hat er das nicht, dann wirkt er seltsam. Fast schon wie ein Videospiel. Warum?

Bewegunsunschärfe

Das Menschliche Auge nimmt Bewegung nicht als Abfolge gestochen scharfen Einzelbilder wahr, stattdessen verschwimmen schnelle Bewegungen und die Bewegung wird unscharf.

Die Person bewegt sich und ist unscharf. Diese Unschärfe wird im Film benutzt, damit Bewegungen natürlich wirken

Geringe Tiefenschärfe

Die Schärfe wird im Film eingesetzt, um auf ein Objekt zu fokussieren. Ist das gesamte Bild scharf und im Fokus, so lenkt der Hintergrund schnell den Zuschauer ab. Deswegen wird das wichtige Objekt oder die Person fokussiert und dann eine Einstellung der Kamera gewählt, so dass der Hintergrund weichgezeichnet bzw unscharf ist.

Die Mahlzeit ist fokussiert, der Hintergrund ist unscharf. Der Fokus liegt auf dem Objekt

Filmische Techniken

Es gibt zwei zentrale Faktoren für diese filmischen Effekte. Einer ist deine Blendeneinstellung, der andere ist deine Belichtungsdauer. Dein Objektiv und der Sensor deiner Kamera gibt dir noch den Rahmen für die Einstellungen vor aber grundsätzlich sind Blende und Belichtung deine wichtigsten Werte.

Blende und Belichtung

Die Blende steuert die Lichtdurchlässigkeit deines Objektivs. Eine weit geöffnete Blende lässt viel Licht durch. Gute Objektive erlaube dir die Blende sehr weit zu öffnen. Je weiter die Blende geöffnet ist, desto stärker wird der Unschärfe-Effekt. Die Blende lässt dann viel Licht durch.

Man erkennt die Lamellen im Objektiv, die die Lichtdurchlässigkeit der Blende regulieren

Im Gegenzug musst du bei weit geöffneter Blende die Belichtungszeit reduzieren, da bei guter Beleuchtung der Szene das Bild schnell überbelichtet ist. Machst du die Blende hingegen zu, so dass nur wenig Licht durchkommt, dann brauchst du eine längere Belichtungszeit, um das Bild gut belichtet zu haben.

Die Regeln des Films: Das Problem

Wie du siehst spielen Blende und Belichtung immer zusammen. Zweifellos kannst du sehr gute Amateurvideos machen, wenn du die beiden Werte immer korrekt aufeinander abstimmst, ABER …

An einem hellen Tag möchtest du mit weit offener Blende ein Objekt filmen. Da dein Bild schnell überbelichtet ist, musst du die Belichtungszeit sehr kurz wählen. Das hat den Effekt, dass du die Filmische Bewegungsunschärfe aufgibst. Die Bewegungen wirken nun abgehackt und gar nicht mehr gleichmäßig.

Mit zu kurzer Belichtungszeit gibst du Bewegungsunschärfe auf.

Möchtest du eine schöne Bewegungsunschärfe, gilt im Film die feste Regel deine Belichtungszeit doppelt so groß wie deine Bildrate einzustellen. bei 25 Bildern pro Sekunde muss deine Belichtungszeit also 1/50 sein!

Schließt du nun die Blende, um weniger Licht auf den Sensor fallen zu lassen und die Belichtungszeit länger machen zu können, stellst du im Prinzip das ganz Bild scharf. Dein Objekt ist nicht mehr freigestellt, alles ist scharf, die schöne Unschärfe im Hintergrund ist verloren gegangen.

Mit geschlossener Blende gibst du den unscharfen Hintergrund auf.

Eins ist klar: du bist weder beim Einstellen der Blende, noch beim Einstellen der Belichtungszeit, die ja deine doppelte Bildrate sein muss, flexibel. Zwangsläufig ist dein Material überbelichtet.

Wie helfen ND-Filter?

Dass dein Film überbelichtet ist klingt als bräuchte deine Kamera eine Sonnenbrille. Hier kommen ND-Filter ins Spiel. Ein ND-Filter wird auf dein Objektiv geschraubt und verdunkelt das Bild.

Es gibt Filter unterschiedlicher Stärke. Die Folgende Tabelle zeigt, wie lichtdurchlässig ein Filter entsprechender Stärke ist.

Verlängerungsfaktor ND-X
1
2
3
4
8
10
16
64
Lichtdurchlässigkeit
100 %
50 %
35 %
25 %
12,6 %
10,0 %
6,3 %
1,6 %

Mit dem richtigen ND-Filter kannst du also die Lichtdurchlässigkeit so stark reduzieren, dass du die Blende weit öffnen kannst und trotzdem volle Kontrolle über die Belichtungsdauer hast. Wie du an der Liste erkennst musst du eine ganze Reihe ND-Filter parat haben. Alternativ kannst du zu einem variablen Filter greifen, dessen Durchlässigkeit du beliebig justieren kannst.

Größen von Filtern

Bedenke bei den Filtern, dass verschiedene Objektive unterschiedlichen Durchmesser haben. Du musst dir also jeden Filter für jedes Objektiv einzeln kaufen.

Ausrüstung einer Kamera. Bei den Objektiven erkennt man gut, dass ihr Durchmesser immer angegeben ist

Alternative gibt es Adapter. Hiermit kannst du potenziell teure Filter wiederverwenden. Bedenke, dass die Adapter immer vom kleineren Objektiv zum größeren Filter gehen. Du kannst keinen Filter auf ein Objektiv mit größerem Durchmesser schrauben.

Variable ND-Filter

Der Einkauf kann kostspielig sein. Mit einem festen ND-Filter wirst du öfter in die Verlegenheit kommen, einen Filter ab zu schrauben und einen anderen auf zu schrauben. Möchtest du dir das sparen kannst du zu einem variablen Filter greifen, den du stufenlos in seiner Helligkeit regulieren kannst.

Fazit

ND-Filter sind ein einfaches Hilfsmittel, das jeder Filmemacher kennen sollte. Allerdings ist dies eher Feinschliff als Notwendigkeit. Wenn du dich gerade noch mit deiner Kamera an sich vertraut machst ist der Einsatz von ND-Filter vermutlich etwas weit voraus gegriffen. Wenn du allerdings deine Gerät fest im Griff hast kannst du dein Material hiermit noch verbessern.

Auch Drohnen kannst du mit einem ND-Filter versehen und schön gleichmäßige Kamerafahrten aufnehmen, auch wenn die Drohne mal schneller unterwegs ist. Sonst hast du natürlich auch schöne Bilder, wirst aber feststellen, dass die Bewegungen manchmal nicht gleichmäßig sondern stotternd aussehen. Das liegt daran, dass die Drohne jedes Bild gestochen scharf aufnimmt. Du kannst dann natürlich einzelne Frames als Fotos extrahieren, für Video ist das aber nicht optimal.

Insgesamt geben ND-Filter dir neue kreative Möglichkeiten. Langzeitbelichtung beim Fotografieren haben wir zwar nicht besprochen, da wir uns auf Video konzentrieren, ist aber auch eine Möglichkeit.

Was hältst du von unserem kurzen Guid zu ND-Filtern. Haben wir etwas vergessen? Wie setzt du die Filter ein? Lass uns gerne einen Kommentar da, so dass wir unseren Artikel verbessern können!

Markus ist bereits seit mehreren Jahren als Vlogger unterwegs. Er hat Pro Vlogger gegründet, um dem Erfolg großer YouTuber auf den Grund zu gehen und Anfängern eine Basis zu bieten über die sie einen leichten Einstieg in die Welt des Filme machens finden.

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